Briséfächer "Die sechs Osagen-Indianer"
Frankreich, 1827

 

Stäbe: 21+2; Haut (peau d’âne); kolorierter Kupferstich; Deckstäbe aus Bein; Silberstift
Maße: L. ca. 16 cm

 

Eine besondere Rarität stellt dieser aus Tierhaut gefertigte französische Biedermeier-Fächer dar. Er zeigt sechs Osagen von einem Indianerstamm aus Missouri, die in einem Artikel im «Journal des Debats» als Häuptling Kihegashugah, 38 Jahre alt, seine Frau Myhangah und  die Cousine Gretomih, beide 18, als zweiter Häuptling Washingsaba, 32, und zwei Begleiter Marcharthitatoongah und  Minkchatahooh näher bezeichnet wurden. Die Ankunft dieser Indianer im Juli 1827 war für Wochen das Tagesgespräch in Paris, sodass sie auf zahlreichen Gegenständen abgebildet wurden. Nur wenige Wochen vor der Ankunft der Osagen trug die Pariser Damenwelt noch «à la giraffe», nachdem man am 30. Juni 1827 die erste Giraffe im Jardin des Plantes besichtigen konnte, die Frankreich vom ägypischen Herrscher geschenkt worden war. So ist es zu erklären, dass noch einige identische Exemplare dieses Fächers existieren, auf denen anstatt der Osagen eine Giraffe abgebildet ist. Im vorderen Deckstab des Fächers verbirgt sich ein dünner Silberstift, mit dem die Rückseite von Tanzpartnern während eines Balles beschriftet werden konnte.

 

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