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Tilsit 1807: Napoleon Bonaparte, König Friedrich Wilhem III, Königin Luise und Zar Alexander I.
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Gräfin
Maria Walewska
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Briséfächer
"Napoleon Bonaparte"
Stäbe: 37+2;
Elfenbein mit Schildpattauflage; Temperafarbenmalerei; Lacküberzug;
bemaltes Seidenband Auf diesem sog. „Vernis-Martin-Fächer“ aus dem mittleren 19. Jahrhundert wurden offenbar zwei völlig unterschiedliche Ereignisse aus dem Leben Napoleon Bonapartes (1769-1821) in einer Szene vereinigt. Es ist ein prunkvoller, von Kerzen erleuchteter Empfangssaal zu sehen. Napoleon steht in typischer Körperhaltung in der Mitte des Saales, neben ihm sitzend Königin Luise von Preußen mit einigen Hofdamen, weiter links König Friedrich Wilhelm III. von Preußen und leicht versetzt hinter ihm Zar Alexander I. von Russland. Ein Hofmarschall stellt der Gesellschaft gerade eine adelige Dame im weißen Kleid vor. Es ist anzunehmen, dass mit der Szenerie sowohl auf das Dreikaisertreffen von 1807 in Tilsit als auch auf das erste Zusammentreffen Napoleons mit seiner späteren Geliebten Maria Walewska angespielt wird. Zwar spielten sich beide Ereignisse im Jahr 1807 ab, jedoch fand die erste Begegnung zwischen Bonaparte und der polnischen Gräfin Walewska erst bei einem Ball in Warschau, nicht bereits in Tilsit statt. Auf der Rückseite des Fächers ist ein in Grüntönen ausgeführtes Motiv mit einem von Bäumen gesäumten Kanal vor einem kleinen Schloss zu sehen. Der untere Teil des Fächers zeigt auf beiden Seiten ein goldenes Mittelmedaillon mit einem flammenden Liebesaltar bzw. zwei überkreuzten Pfeilen mit einem Blumenkranz, das von Ornamenten auf dunkelgrünem und dunkelrotem Untergrund umrahmt ist. Ein Stab ist nicht mehr vorhanden. Unter Kaiser Napoleon III. von Frankreich (1809-1873) trat in der Mitte des 19. Jahrhunderts erneut eine starke Verehrung für dessen Onkel Napoleon Bonaparte ein, was eine derartige Darstellung in dieser Zeit erklärt.
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