Faltfächer
Österreich (Wien), um 1890

 

Stäbe: 14+2; Holz; Deckstab mit Thermometer und Silbermonogramm
Blatt: Doppelt montiertes Satinblatt; Applikationen aus Gold- und Silberpapier; Stoffschleife
Maße: L. ca. 34,5 cm

 

Seltener, von der Firma Rodeck in Wien hergestellter Fächer, der auf dem vorderen Deckstab neben einem verschlungenen Silbermonogramm «LL» auch ein kleines eingelassenes Thermometer trägt. Der immer noch funktionierende Temperaturmesser arbeitet mit Quecksilber und zeigt die Temperatur in der bis 1901 gebräuchlichen Einheit Grad Réaumur an, die nur unwesentlich von Grad Celsius abweicht. Auf der Rückseite des in zwei Messingschlaufen drehbaren Thermometers ist der Hersteller «Heinr[ich] Kappeller jun. in Wien.» zu lesen. Das schlichte tiefblaue Blatt wurde mit kleinen Glückssymbolen wie Kleeblättern und Hufeisen sowie mit Schwalben, einem Bären, einem Wildschwein und einer Silbermünze aus dickerem geprägten Papier beklebt. Es könnte sich bei dem Fächer um einen Neujahrsfächer handeln oder er wurde speziell für den Ball einer bestimmten Wiener Berufsgruppe hergestellt, sodass die Dame von jedem Tanzpartner ein anderes Symbol für ihren Fächer überreicht bekam. Auf dem hinteren Deckstab ist in silbernen Lettern «Gebr[üder] Rodeck Wien» zu lesen. Die Fächerfirma Rodeck war vor allem für ihre ausgefallenen Patentfächer berühmt und stellte so zum Beispiel spezielle Autofächer oder auch Autographenfächer mit bereits vorgedruckten Visitenkarten her.

 

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