Faltfächer (sog. «Mandarin-Fächer»)
Macao (für den europ. Export), Mitte 19. Jahrhundert

 

Stäbe: 12+2; Holz, lackiert; Goldlackmalerei; Seidenpapier, bemalt
Blatt: Doppelt montiertes Papierblatt; Gouachemalerei; Elfenbein; Seide
Maße: L. ca. 28 cm

 

Polychromer Faltfächer aus der bekannten Gattung der sog. Mandarin-Fächer, oder auch «Fächer mit tausend Gesichtern» mit Stäben in etwas ungewöhnlicherer Ausführung. Zwar waren schwarz lackierte und mit verschiedenfarbigem Goldlack verzierte Holzstäbe neben solchen aus geschnitztem Elfenbein die gebräuchlichste Stabausführung bei diesen Fächern, jedoch ist bei dem vorliegenden Stück jeder Stab mit einer tropfenförmigen Aussparung versehen, auf die von hinten Stücke haudünnen gefärbten Seidenpapiers appliziert wurden. Diese sind jeweils mit einer Blütenranke bemalt. Das Blatt zeigt auf der Vorderseite die typische, von symbolischen Ornamenten eingerahmte chinesische Audienzszenerie, in die 30 einander ähnliche applizierte Figuren mit geschlossenen Fächern bzw. Handschirmen eingearbeitet sind, die Kleider aus unterschiedlich farbiger chinesischer Seide und Gesichter aus hauchdünnem bemaltem Elfenbein besitzen. Von dieser Besonderheit rührt die verbreitete Bezeichnung «Mandarin-Fächer» her, die auf der im Westen verbreiteten irrigen Meinung beruhen soll, die hauchfeinen Gesichter seien aus den langen Fingernägeln müßiggängiger Mandarine herausgeschnitten worden. Recto ist das lilafarbene Blatt in drei von Glücks-symbolen flankierte passige Kartuschen eingeteilt. Die mittlere zeigt den Ausschnitt einer Audienzszene mit zehn weiteren Figuren, die beiden äußeren jeweils eine idealisierte kantonesische Insellandschaft mit Häusern, Bäumen und einem angedeuteten Gebirge.

 

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