Faltfächer
Frankreich (für den englischen Markt), um 1900

 

Stäbe: 16+2; Perlmutt, gesägt, graviert; Gold- und Silberauflagen
Blatt: Einfach montiertes Blatt aus Gaze bzw. Papier; Gouachemalerei; Paillettenstickerei; Perlmuttauflage; Originalschachtel erhalten
Maße: L. ca. 21,5 cm

 

Aufwändig gearbeiteter französischer Fächer der namhaften Manufaktur «Duvelleroy». Die schmalen Perlmuttstäbe weisen eine säulenartige Form auf, wobei ein Teil der Stäbe keine Zwischenräume besitzt, sodass sich drei einzelne Medaillons zusammensetzen, die mit feinsten Gravuren in Form von floralen Ranken und einer Fackel in der Mitte versehen sind. Die Verbindungen zwischen den Medaillons bilden wiederum Blütenranken. Der gesamte gravierte Dekor wurde mit verschiedenen Gold- und Silberfolien belegt. Das aus Gaze und Papier bestehende Blatt zeigt zentral eine junge Dame im Park an einem verschlossenem Gartentor, vor dem ihr ein Verehrer mit einem Blumenbouquet seine Aufwartung macht. Diese Szene wird auf der Rückseite des Fächers von der anderen Seite gezeigt, auf der ein bisher verborgen gebliebener Amor zu sehen ist, der mit einem Pfeil auf den Herren zielt. Neben der Hauptszene sind noch zwei Medaillons mit einem Landschafts- und einem Schlossmotiv dargestellt, sowie vier weitere sehr kleine Vignetten mit überkreuzten Fackeln bzw. Musikinstrumenten. Zusätzlich wurde das Blatt mit Blütenranken und verschiedensten Schmuckelementen bemalt. Die Randeinfassung aller Medaillons bildet eine Schicht aus hauchdünn geschnittenem Perlmutt, die von winzigen aufgenähten Goldpailletten gehalten wird. Ein Teil der äußerst fragilen Auflage ist verständlicherweise mit der Zeit verlorengegangen. Diese sehr teure Methode, einem Fächer den maximalen Glanz zu verleihen, wurde um die Jahrhundertwende fast ausschließlich von der Pariser Firma Duvelleroy angewandt. Unterhalb der Hauptszene findet sich die Signatur «Lucf». Der Fächer besitzt noch die originale, mit Seide gefütterte Originalschachtel, die auf der Unterseite die Plakette des Londoner Geschäftes von J. Duvelleroy trägt.

 

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