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Briséfächer
Stäbe: 30+2;
Elfenbein mit Schildpattauflagen; Temperafarbenmalerei; Lacküberzug;
bemaltes Seidenband; passende Schachtel erhalten Elfenbein-Briséfächer aus der Zeit der Jahrhundertwende, der - wie ein kleines Gemälde - vollständig mit Temperafarbe bemalt wurde. Die Vorderseite zeigt eine barock gekleidete königliche Gesellschaft im Park. Bei der zentralen männlichen Figur könnte es sich um den jungen Sonnenkönig Ludwig XIV. handeln. Rechts und links neben ihm sind zwei um die Gunst des Herrschers werbende Damen sowie ein Herr zu sehen, der, an eine Säule gelehnt, das Geschehen beobachtet. Im Hintergrund stehen zwei weitere höfisch gekleidete Damen. Die Rückseite wurde wiederum mit einer Parklandschaft bemalt. Auf einer darüber liegenden eingerahmten Kartusche ist zentral eine adelige Dame in ihrem Boudoir dargestellt, die gerade einem Boten einen geheimen Brief übergibt. Sie wird dabei von einem Mann beobachtet, der sich hinter einem Vorhang versteckt. Diese Szene könnte vielleicht einem alten französischen Theaterstück oder einer Oper entnommen sein. Beide Deckstäbe sind am Fächerkopf sowie an der Staboberseite mit hauchdünnen Auflagen aus Schildpatt versehen und mit Damenportraits bemalt. Aufgrund der durchsichtigen Lackschicht, mit der das gesamte Stück überzogen ist, wurde diese Art Fächer nach der Familie Martin (obwohl der Lacküberzug solcher Fächer nichts mit dem von ihr erfundenen Lack zu tun hat) benannt. Solche Fächer waren bereits im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert in Mode und wurden ab Ende des 19. Jahrhunderts wiederum in etwas anderer Ausführung, aber mit dem gleichen Aufwand produziert. Eine passende, mit hellblauem Satin ausgeschlagene Pappschachtel von «E. Buissot» ist erhalten.
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