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Faltfächer
Stäbe: 14+2;
Bein, gesägt, graviert; Gold- und Gouachemalerei; applizierter Druck Das Blatt dieses späthistoristischen Fächers gewährt Einblick in einen höfischen Salon zur Zeit des Rokoko, in dem sich eine Gruppe von Adeligen die Zeit mit lesen, sticken sowie mit Karten- und Brettspielen vertreibt. Bei dem Blatt handelt es sich um einen ursprünglich rechteckigen Kupferstich aus dem späten 18. Jahrhundert, der um die Jahrhundertwende handkoloriert, mit einem aufgemalten hellblauen Rand versehen und so zum Fächerblatt umfunktioniert wurde. Dies kam durch das Ablösen der beiden Deckstäbe zu Tage, hinter denen sich in ausladender Schrift nähere Informationen zur Darstellung des Stiches verbergen, die aber aufgrund ihrer Unvollständigkeit bisher nicht entschlüsselt werden konnten. Auf der Rückseite des à l’anglais montierten Blattes sind eine Laute sowie zwei Klarinetten inmitten von Palmzweigen dargestellt. Die Beinstäbe wurden mit goldenen Floralranken verziert; auf dem Deckstab ist ein Dudelsack erkennbar. Auf eine ausgesparte ovale Fläche klebte man ein auf Papier gedrucktes, nachkoloriertes Wappen, das von der französischen Grafenfamilie «de Luynes et de Chevreuse» seit 1807 bis heute geführt wird. Der Name «Chevreuse» ist auch unterhalb des rechten Deckstäben zu lesen, was den Schluss zulässt, dass der Fächer wohl aus dem Umkreis dieser Familie stammt und vermutlich eine Sonderanfertigung war.
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