Briséfächer
Frankreich, um 1900

 

Stäbe: 28+2; Elfenbein; Temperafarbenmalerei; Lacküberzug; Originalschatulle erhalten
Maße: L. ca. 13,5 cm

 

Sogenannter «Pastiche Vernis Martin» Fächer in Miniaturausführung, der sich aus hauchdünn geschnittenen Elfenbeinstäben zusammensetzt. Die gesamte Vorderseite wurde, wie ein kleines Gemälde, mit einer romantischen Szenerie bemalt. Es ist eine bäuerlich gekleidete Dame mit Blumenkorb zu sehen, die, an eine Bank gelehnt, unter einem Baum Rast macht. Im Hintergrund eröffnet sich eine idyllische Seenlandschaft. Der untere Teil des Fächers sowie die Deckstäbe wurden mit angedeuteten Gebäuden und Blüten bemalt. Die Rückseite zeigt wiederum eine idealisierte Landschaft mit einem kleinen See am Waldrand. Am Dorn ist ein lilafarbener Schmuckstein angebracht. Der Fächer liegt in seiner originalen, mit Seide bezogenen Pappschatulle, die innen eine Vertiefung exakt in der Größe des Fächers aufweist. Vermutlich war dieses sehr kleine Exemplar als Geschenk gedacht. In Sammlerkreisen wird diese Art von Fächer oft nach der Familie Martin benannt, obwohl der Lacküberzug dieser Fächer nichts mit dem von ihr im frühen 18. Jahrhundert erfundenen Lack zu tun hat.

 

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