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Im
späten 19. Jahrhundert kam es in
gehobenen Kreisen in Mode, aus Briefköpfen, Visitenkarten und Kuverts
Monogramme, Namenszüge oder Wappen möglichst hochrangiger Persönlichkeiten
auszuschneiden und – ähnlich wie Briefmarken – in spezielle
Sammelalben, sog. "Crest Albums" zu kleben. So konnten diese
aufbewahrt und mit anderen Sammlern getauscht werden. Natürlich waren die
Initialen von Mitgliedern regierender Häuser besonders begehrt.
Die kunstvoll ineinander verschlungenen Initialen wurden in das Papier
geprägt, waren meist farbig koloriert und teilweise mit den dem Rang
entsprechenden Kronen versehen. Vor allem in England und Österreich war
dieses neue Sammelgebiet ab den späten 1860er Jahren sehr beliebt.
In England entdeckten Druckerfirmen eine Marktlücke und brachten eigens
gefertigte Serien mit Wappen von Armee-Regimenten, Schiffen der königlichen Marine, von Bischöfen,
Schulen oder Universitäten heraus, die jeweils in die vorgesehenen
Felder der Sammelalben geklebt werden mussten.
Neben Alben dienten bald auch schlichte hölzerne Briséfächer als
Medium zur effektvollen Präsentation einer Sammlung.
In Amerika tauchte das Phänomen des "Crest Collecting" verstärkt
in den 1890er Jahren auf, als einfache, teils aus Japan importierte Fächer
aus lackiertem Holz und Stoff (meist in den Farben weiß, schwarz oder
rot) angeboten wurden. Diese "Blankofächer" beklebte man dann
mit Ausschnitten aus Briefen oder Rechnungen mit Monogrammen, Hotelnamen,
Flaggen, Wappen und vor allem Schriftzügen von Universitäten.
Interessanterweise finden sich auf einigen dieser Ausschnitte kleine
Datierungen, die auf einen sehr kurzen Zeitraum, nämlich zwischen etwa
1895 und 1898 verweisen.
Dieses
besondere Hobby hielt sich bis zum ersten Weltkrieg und geriet danach
vollkommen in Vergessenheit. Gerade deshalb ist es meiner Meinung nach längst
an der Zeit, diesem interessanten Aspekt im Bezug auf Fächer eine eigene
Spezialseite zu widmen.
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Beispiel
2:
Ebenfalls
aus den 1870er Jahren dürfte dieses herausragende Exemplar stammen, das
aus undekoriertem Holz gefertigt ist. Auf beiden Seiten wurden drei Reihen
aus minutiös ausgeschnittenen Monogrammen und Wappen aufgeklebt, wobei
oberhalb des Bandes auf jedem Stab die Flagge eines Landes mit französischer
Bezeichnung (z. B. "Angleterre", "Italie", "Russie"
etc.) aufgebracht ist. Offensichtlich wurden – soweit vorhanden –
darunter jeweils Ausschnitte aus dem jeweiligen Land geklebt. Es finden
sich mitunter herausragende Persönlichkeiten des europäischen Hochadels
wie das Wappen der Queen Victoria von England (1819-1901) auf einem der
Deckstäbe, der Namenszug der Königin Luise von Schweden (1828-1871) oder
das Monogramm des Erzherzog Ludwig Salvator von Österreich-Toskana
(1847-1915).
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Beispiele
3, 4 und 5:
Drei
Beispiele für die typisch amerikanischen Crest Collecting Fans der 1890er
Jahre in den Farben Schwarz, Weiß und Rot. Die Stoffblätter sind
vollkommen mit Wappen, Monogrammen, Flaggen, Clubs und Universitätsnamen
beklebt.
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